| Lenkdrachenleinen
Ein wichtiges Utensil für den Lenkdrachenpiloten sind die Leinen, mi deren Hilfe der Drachen gesteuert wird. Sie müssen sorgfältig ausgewählt werden, da sich bei falscher Wahl eine Reihe von Problemen einstellen können. Besondere Beachtung solltet Ihr in diesem Zusammenhang der Stärke und der Art des Materials schenken, da beide die Flugleistung des Lenkdrachen direkt beeinflussen.
Das Material:
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen gedrehten und geflochtenen Leinen. Die gedrehten Leinen bestehen aus wenigen Kardeelen (Seemannsausdruck für die einzelnen Stränge einer fertigen Leine), die miteinander verdreht werden. Geflochtene Leinen bestehen aus bis zu 16 Kardeelen, die ineinander verflochten sind. Die nachfolgend beschriebenen Leinen sind sowohl in gedrehter als auch in geflochtener Form im Drachenfachhandel erhältlich, wobei die geflochtenen Leinen den Vorteil haben, daß sie gespleißt werden können.
Die Leinen
Als Faustregel gilt, daß dünne Lenkdrachenleinen mit hoher Zugfestigkeit besser geeignet sind als dicke Leinen. Durch den geringeren Querschnitt verringert sich der Luftwiederstand und die Geschwindigkeit des Drachen erhöht sich.
Nylonleinen eignen sich nur bedingt zum Lenkdrachenfliegen. Sie sind zwar relativ unempflindlich gegen Feuchtigkeit, besitzen aber einen niedrigen Schmelzpunkt und eine rauhe Oberfläche. Dies ist von Nachteil, denn um die Lenkdrachen auch mit mehrfach verdrehter Schnur einwandfrei fliegen zu können, muß die Oberfläche der Steuerleinen möglichst glatt sein. Wird Nylon verknotet, so sollten grundsätzlich Seemannsknoten verwendet werden. Die Schnurenden werden mit dem Feuerzeug angeschmolzen.

Draconleinen bestehen aus fein gezogenen Polyesterfasern. Durch eine engere Verflechtung sind diese Leinen stärker belastbar als Leinen aus Nylon. Außerdem ist ihre Oberfläche glatter. Allerdings sind Dacronleinen in der Regel teurer als Nylonleinen.

Kevlarleinen werden aus Aramidfasern hergestellt. Dieses Material besitzt eine hohe Reißfestigkeit. Kevlarleinen fallen deshalb bei gleicher Zuglast dünner aus als Leinen aus Polyester. Ihr Vorteil liegt in der Gewichtsersparnis und in dem geringerem Luftwiederstand. Ein weiterer Vorteil besteht in der geringen Dehnung (Reckarmut) der Leine. Dadurch werden die Lenkbewegungen der Handels oder Lenkstangen unmittelbar auf den Drachen übertragen. Kevlarleinen sin mit Silikon beschichtet, um das Gleiten der Schnüre aufeinander zu erleichtern. Der geringe Querschnit un relativ niedrige Reibungskoeffizient machen aus der Kevlarleine ein High-Tech-Instrument zur perfekten Steuerung des Lenkdrachens. Aber Vorsicht! Die Leine besitzt einen hohen Schmelzpunkt und kann bei Kontakt mit herkömmlichen Leinen diese Leinen durchschneiden. Um Schnittverletzungen der Hände zu vermeiden, sollte unter Zug stehende Kevlarleinen deshalb immer nur mit Handschuhen angefaßt werden. Zu beachten ist weiterhin, daß Kevlarleinen auf jeden Fall vor Nässe und Feuchtigkeit geschützt werden müssen.

Spektraleinen bestehen aus Polyetylenmolekülen und verfügen über eine noch geringere Dehnung als Kevlarleinen. Ihre Oberfläche ist sehr glatt und eignet sich deshalb sehr gut zum Lenkdrachenfliegen im Team. Nachteil der Spektraleinen: Sie besitzen einen niedrigen schmelzpunkt als Kevlarleinen und können bei Berührungen mit diesen reißen.

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